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Den Dschungel-Trail No. 1 überleben – Cameron Highlands

Als ich mich für unseren Kurztrip mit dem Trail-Systems der Cameron Highlands (Malaysia) beschäftigt habe, fiel mir ganz besonders der Dschungel-Trail No. 1 auf. Nicht weil er der erste auf der Liste ist, sondern weil viele Leute unterschiedlicher Meinung sind, wenn es um den Schwierigkeitsgrad geht. Der Dschungel-Trail No. 1 führt zur höchsten Spitze der Cameron Highlands und das hatte mich bereits überzeugt den Trail zu wandern.

Werde ich den Dschungel-Trail No. 1 überleben?

Einige Leute bewerten den Wanderweg als einfach bis moderat, nur weil am Anfang und am Ende ein paar schwierige Stellen sind. Andere würde daraufhin antworten „Einfach?! Dieser Trail ist alles andere als einfach!“ Das hat mich ganz schön verunsichert oder sogar verängstigt, weil ich mich nicht fit genug fühlte, um es bis zur Spitze zu schaffen. Am Tag zuvor habe ich mich ca. 20 Mal umentschieden. Ich hab nicht mal richtig verstanden, warum ich so beunruhigt war. Ich wusste doch, dass ich es überlegen werde, denn andere haben‘s immerhin auch geschafft.

Der Dschungel-Trail No. 1 führt durch einen wunderschönen moosigen Regenwald
Ein kleiner Vorgeschmack auf den Wanderweg

Jeder Anfang ist schwer – so auch der vom Dschungel-Trail No. 1

Ich war immer noch unsicher und nervös als wir auf dem Weg zum Anfang des Wanderwegs waren. Auf der anderen Seite war ich super glücklich, da ich endlich mal wieder wandern konnte. Das letzte Mal war Monate her, daher fühlte ich mich auch so untrainiert. Da wir in Tanah Rata schliefen, mussten wir ein Taxi nach Brinchang bezahlen, was 12 RM (3€) gekostet hat. Es hat uns an der Hauptstraße in Brinchang rausgeschmissen, wo wir noch etwa 15 min zum Wanderweg laufen mussten.

Die Wolken hingen an diesem Tag tief. Man konnte nicht einmal die Spitze des Brinchang Bergs erkennen – der höchste Berg der Cameron Highlands. Unser Budget Hotel hatte eine riesige Karte mit dem Trail-System und Notizen zu jedem Trail. So konnten wir den Beginn des Wanderwegs besser finden. Bei vielen Trails gibt es nur wenige oder gar keine Markierungen. Das war auf jeden Fall extrem hilfreich!

Nur wenige Wochen zuvor wurde ein Teil des Trailheads weggewaschen, da es viel geregnet hat (02.03.2017). Dank der Notiz von der Karte wussten wir ganz genau was zu tun war. Nichtsdestotrotz, war der Einstieg nicht einfach. Dieser Beginn war bereits unsere erste Herausforderung. Nachdem wir uns zum ersten Mal dreckig gemacht haben, um an der weggerutschten Kante des kleinen Baches runterzuklettern, ging es los mit dem Aufstieg.

Notiz an der Karte für den Dschungel-Trail No. 1
Die Notiz aus dem Hotel

Let`s do it!

Nach dem schweren Einstieg war ich motiviert und ich genoss den ersten steilen Teil sogar. Wenn ich zurückdenke, war der Teil nicht schlimm. Es sind nur ca. 500m aufwärts und es ist nur etwas anstrengend, weil es direkt steil losgeht. Danach kommt ein recht langes Stück, das super einfach ist. Manchmal muss man ein bisschen an Wurzeln hochklettern oder an Modder-Pfützen vorbei kommen.

Der komplette Dschungel-Trail No. 1 hat nur einen Anstieg von 500 Höhenmeter und ist etwa 3,5km lang. Hört sich einfach an, oder?!

Ist es aber nicht. Ich werd‘ dich hier nicht anlügen: Es ist anstrengend, aber nicht schwierig. Also gibt’s keinen Grund dafür, sich den Kopf zu zerbrechen, ob man es überlebt oder nicht. 😉

Keine Ahnung worum’s dir beim Wandern geht, aber ich wander gerne wegen dem Wanderweg an sich. Ich liebe spektakuläre Aussichten, aber ich genieße genauso auch Routen durch Wälder und Dschungel. Dieser Trail ist eine wahre, moosige Dschungel-Wanderung. Gerade wenn der Berg von Wolken bedeckt wird, wirst du Vergnügen haben einen mystischen Wald zu erleben. Manchmal wirst du hochgucken und denken „Bin ich auf einmal in nem Fantasy Film gelandet?!“.

Der anstrengendste Teil des Dschungel-Trails

Nach einer Weile einfach kommt dann natürlich nochmal schwer. Der anstrengendste Teil des Trails ist sehr steil. Von nun an wirst du mehr klettern als laufen. Die Modder-Pfützen sind nicht nur an flachen Stellen, sondern auch an steilen Stellen. So ein bisschen wie die Reis-Felder an Berg-Hängen, nur ohne Reis-Pflanzen. Du wirst immer wieder anhalten, weil du den einfachsten und sichersten Weg ausfindig machen musst. Du wirst Wurzeln und Seile nutzen, um dich hochzuziehen. Du wirst dich um Äste und Baumstämme herumschlängeln. Das kann eine wirkliche Herausforderung sein!

Ich liebe diesen Teil am meisten, weil man sich wie in einem Dschungel-Abenteuer aus dem Fernsehen fühlt. Einfach genial!

Große Regentropfen trafen immer wieder auf meinen Kopf. Ich konnte jeden Muskel meines Körpers spüren. Es war anstrengend! Hin und wieder musste ich Spinnenweben aus meinem Gesicht wischen, was mich aus meinen Tagesträumen riss.

Dann kannst du endlich zum ersten Mal die wunderschöne Aussicht genießen!… es sei denn du bist in einer großen Wolke gefangen wie wir. Das hat es trotzdem nicht uninteressant gemacht, weil je höher man kommt, desto dichter wurden die Wolken und desto mysteriöser wurde der Dschungel.

Die Sicht vom Dschungel-Trail No. 1 war nur ca. 20-30m weit
Die tolle „Aussicht“

Am Trail entlang wirst du Markierungssteine finden, die Nummern haben. Je dichter du ans Ende kommst, desto kleiner ist die vordere Zahl. Wir kamen dem Ende immer näher. Dann wurde der Wanderweg wieder ebener und wir waren nur noch wenige Meter vom Funkturm entfernt.

Modder, Modder und mehr Modder

Da ich ja hawaiianische Wanderrouten gewohnt bin, dachte ich, dass ich weiß, was moddrig bedeutet. Dieser Wanderweg hat mir nochmal eine Lektion erteilt. Die letzten paar hundert Meter waren aufgrund des konstanten Regens der vergangenen 5 Tage super moddrig – ja, wir haben ne echt beschissene Zeit für unseren Kurztrip gewählt. Jedenfalls haben die Modder-Pfützen dort Dimensionen angenommen, die es schwer machten sie zu passieren.

Bis zu diesem Punkt war ich recht glücklich, weil meine Schuhe noch nicht ganz so schlimm aussahen. Manchmal bin ich mit der Spitze in Modder getaucht, manchmal mit etwas mehr als der Schuhsohle. Das war alles noch ok. Doch dann begann ich meinen großen Fehler. Ich dachte, vor mir läge ein Ast im Modder, doch leider war es nur Modder und plötzlich war es geschehen: Das halbe linke Bein war weg. Ich war einfach nur total überrascht wie tief die Modder-Pfütze war. Mein rechtes Bein hatte glücklicherweise guten Boden gefasst. Innerhalb weniger Millisekunden schoss mir nur der Gedanke in den Kopf: „Nate, du hast genau eine Chance den Hike mit beiden Schuhen zu beenden, also streng dich an!“ Zehen angespannt als würde das den Schuh retten und so zog ich mein Bein aus dem Modder-Bad. Der Schuh war dran, also konnte es mit einem halb schwarzen Bein weiter gehen. James hinter mir war nur am Lachen, aber ich konnte es ihm auch nicht verübeln. Ich fand‘s ja selbst lustig.

Das Ende des Dschungel-Trail No. 1

Nur noch um den Zaun des Funkturms herum und dann waren wir am Aussichtspunkt des Brinchang Bergs. Die Aussicht haben wir uns geschenkt, immerhin waren wir in einer fetten Wolke. Dementsprechend sind wir die Straße runtergelaufen bis wir jemanden gefunden haben, der uns per Anhalter mitnahm.

Die Straße ist etwa 11km lang. Wer noch genug Kraft hat, das runter zu laufen – nur zu! Wir waren jedoch zu müde 😉

Wie du sehen kannst, habe ich den Dschungel-Trail No. 1 überlebt und du schaffst das auch! Wenn ich was gelernt habe, dann ist es, dass ich nicht mehr zu extrem auf die Meinung anderer höre. Wenn es um den Schwierigkeitsgrad geht, ist es was sehr Subjektives. Daher sage ich dir auch nur, dass du ihn mit Sicherheit überleben wirst. Vielleicht mit Muskelkater, vielleicht mit einer anderen Meinung als ich und vielleicht mit zwei schwarzen Beinen, aber überlebt. Ich hatte einen Riesen-Spaß auf dem Trail und hab mich danach unglaublich gut gefühlt. Allerdings, kann ich es auch verstehen, wenn manche es hassen an Wurzeln und Seilen hochzuklettern. Dann werden sie es auch nicht so genießen wie wir. Jeder ist da anders.

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Wer schreibt denn hier eigentlich?

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Abenteuerin, digitale Nomadin, und Freiheitssuchti - Das bin ich, Nate the Nomad!
Im Oktober 2016 habe ich meine Sachen in Berlin gepackt und reise seitdem mit meinem Ehemann.
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